Jugend forscht eigenständig in der Realschule

Jahrgangsübergreifende Arbeitsgemeinschaft beantwortet
in Experimenten selbstgestellte Fragen


Bodenwerder (ul). Wie entsteht eigentlich Knicklicht, das Licht in Plastikstäben, das erleuchtet, wenn man es knickt? Diese Frage stellten sich Marcel und Kevin aus der achten Klasse der Realschule und fanden unter Anleitung von Fachbereichsleiter Werner Henze in der Arbeitsgemeinschaft „Jugend forscht“ die passende, leuchtende Antwort. Um diese Chemolumineszenz herzustellen, mischten sie zwei Lösungen mit Blutlaugesalz und beim Zusammenmischen in der Dunkelheit leuchtete ihre Flüssigkeit. Mixen sie nun noch etwas Kleister dazu, so hält das Leuchten länger an.

Klick!

Cora, Jaqueline und Magda stecken die Reihenschaltung. Fotos: ul


Hoch motivierte Schülerteams

Jahrgangsübergreifend konnten Schüler der Realschule in diesem Halbjahr chemische und biologische Versuche in der Arbeitsgemeinschaft „Jugend forscht“ freiwillig unter fachpädagogischer Begleitung im Team durchführen. Völlig unbeschwert sind sie dabei, denn es gibt keine Noten und kollegial tauschen die Schüler ihr Wissen untereinander aus. „Sie beantworten sich Fragen, die ihnen im Alltag oder im Unterricht begegnet sind“, erläutert Henze das Projekt, das er gern fortsetzen würde. Denn die Schüler sind alle hoch motiviert. Möglich war die AG in diesem Halbjahr durch die Neubesetzung der Stelle des stellvertretenden Schulleiters mit Jan Reckmann, wodurch mehr Lehrerstunden als geplant zur Verfügung standen.
Jaqueline Kloss aus der sechsten, Cora Otto aus der siebten und Magda Sporleder aus der achten Klasse wollten die Funktionsweise einer Batterie kennenlernen. Ihrem Chemiebuch entnehmen sie, was sie für ihr Experiment brauchen. Sie erhalten von Henze Zink- und Kupferplatten. Dazwischen legen sie in Schwefelsäure eingelegten Filz, mal grober und mal feiner. Der Filz trennt die beiden Metalle, doch es entsteht durch die Schwefelsäure eine elektrische Spannung zwischen den beiden Metallen.

Klick!

Kevin und Marcel beim Anmischen ihres „Knicklichtes“.

Mit einem Strommessgerät können sie nun die unterschiedlichen Spannungen bei groben und feinem Filz erkennen. Beim groben Filz entsteht eine starke Spannung von einem Volt, bei feinem Filz eine Spannung von 0,7 bis 0,9 Volt. Auch eine Reihenschaltung mit den Kupfer- und Zinkplatten in aufgeschlitzten Zitronen stellen die Mädchen her. Jaqueline weiß, dass sie jeweils das rote Stromkabel des Messgerätes an eine Kupferplatte befestigt, das blaue an die Zinkplatte. 0,98 Volt ergibt ihre Reihenschaltung mit Zitrone.
Wissen wollten die Mädchen auch den Unterschied zwischen edlen und unedlen Metallen, um das Prinzip der Fällung von Metallen zum Zwecke der Veredelung kennenzulernen. Mit einer Pinzette greifen sie ein Stück Magnesium und lassen es in eine Kupfersulfatlösung fallen, Bestandteile des Kupfers setzen sich auf das Magnesium ab. Beim Eisennagel wird die Reaktion schon schwächer, tauchen sie ein Stück Kupfer in die Kupfersulfatlösung, so löst sich nur die dunkel wirkende Oxidationsschicht, der Kupferstab glänzt wieder wie neu. Gold und Platin hingegen reagieren nicht in der Kupfersulfatlösung.

Klappt der Versuch strahlen die Augen

Mit Schutzbrillen und hinter Glas experimentieren Patrick Winnefeld aus der Zehnten und Alexander Harling aus der Achten. Sie erproben die chemische Reaktion von Schwefel. Dazu haben sie Schwefel und Zink zu Zinksulfid gemischt und bringen es mit einer selbst gefertigten Wunderkerze zu einer Reaktion, dicke gelbe Dampfwolken steigen in dem Glaskasten auf, ihre Augen leuchten. Nachweisen wollen sie auch den Gehalt von Kohlenstoff in Zucker. Dazu tröpfeln sie 10 Milliliter Schwefelsäure auf 70 Gramm angefeuchteten Zucker. „Die paar Tropfen Wasser sind im Zucker, damit der Zucker die Schwefelsäure besser leiten kann“, erläutert Patrick.

Klick!

Der Kohlenstoff im Zucker reagiert mit Schwefelsäure – Patrick und Alexander staunen.


Auch diese beiden Stoffe reagieren unter Wärme, der Zucker karamellisiert erst braun dann allmählich zu einem schwarzen Lavaklumpen. Die Augen von Patrick und Alexander leuchten, „jetzt haben wir das richtige Mischverhältnis, beim letzten Mal war es einfach zu viel, da stieg die Kohlenstoffmasse aus dem Glas und wollte nicht aufhören zu wachsen“.

© Dewezet B, 29. Juni 2008


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