|
Bodenwerder (rbo).
27 Realschüler ziehen zusammen mit ihrem Lehrer durch Bodenwerder. Bewaffnet sind sie mit Heckenscheren,
Spaten, Laubrechen und Schubkarre. Sie wollen den kleinen, versteckten Friedhof am Mühlentorparkplatz in
Ordnung bringen. Kleine Steine auf den Grabsteinen zeugen davon, dass hier jüdische Verstorbene beigesetzt wurden. Der ehemals um gut ein Drittel größer gewesene Friedhof ist einer der ältesten jüdischen Friedhöfe in der Umgebung und findet zum ersten Mal im Jahre 1677 Erwähnung. Auf dem Friedhof angekommen, legten die Jugendlichen mit ihren Gartengeräten auch gleich los. |
![]() |
|
Lob gab es vom Stadtdirektor (links) für den engagierten Einsatz. Foto: rbo
|
|
Sie schnitten, gruben und harkten. Seit sechs Jahren geht Lehrer Friedrich Sagebiel zwei Mal im Jahr mit seiner
Klasse – diesmal der 8.1 – auf den Friedhof, um ihn in Schuss zu halten. „Die Hecken müssten einmal richtig
heruntergeschnitten werden“, sagt der Realschullehrer. „Aber das kann ich mit den Schülern nicht leisten,
weil die gärtnerischen Möglichkeiten der meist 14- bis 15-Jährigen begrenzt sind.“ Und der symbolische Akt
stehe eigentlich im Vordergrund, denn vorher hatten die Schüler im Geschichts- und Politikunterricht über
die Geschichte dieses Friedhofs gesprochen. Stadtdirektor Joachim Lienig ließ es sich nicht nehmen, den
Schülern zu danken.
|
| © Dewezet 06.10.2010 |