Selbst der Rektor hat ein bisschen Bammel

42 Schüler sind gestern als Realschüler begrüßt worden / Hauptschule startet mit 13 Fünftklässlern


Bodenwerder (ul). Rene Kluge ist aufgeregt. Vor sechs Wochen hat er sich von der Grundschule Bodenwerder verabschiedet, jetzt sitzt er im Foyer des Schulzentrums bei der Einschulungsfeier der Realschule für die Fünftklässler. Alles ist groß und fremd.

Klick!

Die Fünftklässler können es kaum noch erwarten, sich ihren Platz im Klassenzimmer zu ergattern. Fotos: ul

„Aber Rene kann sich an seinen Bruder wenden, der geht schon in die 10. Realschulklasse“, beruhigt seine Mutter. Gespannt ist auch Vanessa Schulz, ob sie mit ihren Freunden in eine Klasse kommt.

Schüler älterer Jahrgänge schauen neugierig über die Empore, bevor sie in ihre Klassenzimmer verschwinden. Nur Musikschüler der 6. Klasse, Turngruppenschüler von Reinhild Elter-Orschel und vier Cancan-Tänzerinnen der 10. dürfen den 42 neuen Schülern im Foyer mit Musik und Tanz das Gefühl der Fremde nehmen.

„So viele Eltern sind zur Einschulung mitgekommen“, freut sich Realschulleiter Karl-Heinz Hasemann. „Es ist ein besonderer Tag.“ Und an die jungen Schüler gewandt: „Viele neue Mitschüler erwarten Euch, alle sind älter, es ist ein großes Gebäude, das Ihr jetzt spielerisch mit euren Klassenlehrern kennenlernt.“ Vor einem Jahr wurden 72 Fünftklässler begrüßt, im Jahr 2007 waren es 61.

Viele neue Fächer wie Französisch, Wirtschaft, Chemie und Informatik erwarten die Fünftklässler. Auch für Astrid Goldammer ist es eine Umstellung. Bis vor den Sommerferien war sie die Klassenlehrerin einer 10., jetzt wird sie 21 Fünftklässler zum Lernen motivieren. Klaus Böker hat sich von einer 7. Klasse verabschiedet. Erfahren sind die beiden mit Zehnjährigen. Schließlich waren beide bis vor fünf Jahren Lehrer der Orientierungsstufe.

Und sogar Karl-Heinz Hasemann wagt den Sprung zurück zu den Kleinen, „stellt Euch vor, 30 Jahre lang hab ich keine Fünftklässler mehr unterrichtet, jetzt hab ich endlich wieder eine fünfte Klasse in Mathe“. Dass viele Eltern und einige Schüler bei diesem offenen Bekenntnis lachen, zeigt, dass die Botschaft verstanden wurde. Wenn der Rektor selbst ein wenig Bammel hat, was kann da schon schiefgehen? Es ist aber auch Neugier auf das, was Zehnjährige bewegt, „am liebsten wäre ich selbst noch einmal Fünftklässler“, gesteht Hasemann zwischen Tür und Angel, bevor die Schüler erstmals ihre Klassenzimmer betreten.

Klick!

Nach der feierlichen Begrüßung suchen die Schüler in Brotboxen ihren Namen. So erfahren sie, in welche Klasse sie kommen.

Dann durften die Neulinge Brotboxen öffnen, um ihren Namen in einer zu finden. Blaues Namensschild und grünes Namensschild lüftete das Geheimnis, welcher Klasse sie künftig angehören.

Marie-Sophie Brockmann und ihre Mutter Nicole aus Pegestorf fragen sich, wie die Buslinie nach Hause funktionieren wird. „Noch rund sechs Wochen wird es den provisorischen Umsteigeort bei der Münchhausenschule im Kälbertal geben, dann wird der Zentrale Omnibusbahnhof im Hagen fertig sein“, berichtet der Leiter des Bauamtes, Wolfgang Rux, gestern nach einer Baustellenbesprechung.

Und um 17.30 Uhr gibt es im Schulzentrum nochmal eine vergleichbare Anspannung und Neugier von Fünftklässlern im Schulzentrum. Diesmal aber im kleinen, überschaubaren Rahmen. Dabei begrüßte Hauptschulleiterin Dr. Claudia Erler 13 neue Schüler, die in einer Klasse unterrichtet werden.

© Dewezet 06.08.2009


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